Staffel Herren5000 m Staffel - Anschieben erwünscht... Foto: DESG-PresseAn der Bande herrschte Aufregung bei der kleinen deutschen EM-Delegation. Anna Seidel, das 47-kg-Küken, schickte sich an, das 500-m-Halbfinale zu erreichen. Nur noch eine halbe Runde: doch dann schob sich die Britin Gilmartin an der 16-Jährigen aus Dresden vorbei. „Ich habe sie nicht gesehen und konnte so nicht reagieren“, sagt die Olympia-Starterin. Schade, ein Wimperschlag (1/10 Sekun-den) fehlte. „Deshalb bin ich auch enttäuscht.“ Unter dem Strich aber Platz 9 im Klassefeld von Dordrecht. Bianca Walter, insgesamt Rang 15 im Sprint, kämpfte sich auf der langen 1500-m-Distanz ins B-Finale. „Das war auch mein eigentliches Ziel“, dann schwanden etwas die Kräfte – nach quasi Nonstop-Einsätzen auf weichen Eis. „Wir waren am ersten Tag schon froh, in der Pause kurz regenerieren zu können.“ Aber auch die Dresdnerin konstatierte als Zwölfte über 1500 m einen leichten Formanstieg – wichtig im Hinblick auf das große Heimspiel an der Elbe: Weltcup vom 6. bis 8. Februar. Dann gilt‘s.

Torsten Kröger konnte von sich behaupten, live an den Sjinkie-Games in Süd-Holland teilgenommen zu haben. Wenn der 25-jährige Friese am Start steht, hält es keinen auf den Sitzen. Und die Nation zittert mit. Via Hashtag sorgte die ST-EM in den Niederlanden für den drittgrößten Twitter-Verlauf am Samstag-Nachmittag. Torsten Kröger weiß, dass die Allerbesten „eine andere Liga sind.“ Der 27-jährige Norddeutsche beendete den Sprint auf Gesamtrang 11. „Mein bestes Resultat bei meiner dritten EM. Ich bin heute besser als vor meinem Unfall und der langen Pause.“ Das stimmt nicht nur ihn zuversichtlich. 
Steigerung in Dordrecht? Ja, denn selbst die Eis-Pausen verlaufen nirgendwo elektrisierender. Der Sprecher übte mit den Fans sogar die „slow wave“. La Ola im Zeitlupentempo und danach wieder das Crescendo. Die Zuschauer, der ST-Sport, feierten sich selbst. Wahrscheinlich sorgte der Hitze-Pool „Sportboulevard“ dafür, dass der am Morgen gefallene Schnee vor der Halle sofort wegtaute. Aus deutscher Sicht beendete die Staffel (über 5000 m) im Halbfinale den „Feier-Tag“. Gegen Olympiasieger und Europameister Russland, Weltmeister Niederlande und die Briten aber war kein Kraut gewachsen. die Teilnahme am B-Finale aber ist definitiv. Bundestrainer Boyadzhiev setzte diesmal Leon Kaufmann-Ludwig (für Hannes Kröger) ein. Doch seine taktische Vorgabe wurde nicht umgesetzt. „Die Wechsel erfolgten zur falschen Zeit, was Kraft kostete. Und als wir das umgesetzt hatten, kam noch ein Sturz hinzu.“ Sprachs und hetzte weiter zur Mannschaftsbesprechung. Denn das DESG-Team hat am letzten EM-Tag noch etwas vor.