Maskottchen schleicht sich anClaudia und Martina werden bei der Siegerehrung vom Maskottchen überrascht. Foto: DESG-PresseGut 2000 Zuschauer in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle und ordentlich Radau auf den Rängen: der Weltcup 2014/15 erlebte ein famoses Halali in Erfurt. Mit Rang 4 für Claudia Pechstein über 3000 m – und dem Silberrang in der Gesamtwertung. Sprinter Nico Ihle wurde im zweiten 500-m-Rennen ebenfalls Vierter (5 Hundertstel fehlten zum Podest) – und Fünfter im Highspeed-Klassement des Winters. In der Addition steht für Judith Hesse Rang 4 auf ihrer Paradestrecke. Im Massenstart reichte Bente Kraus ein couragierter erster Spurt zum 5. Platz. Schon nach ihrem 3000 m Lauf (11.) hatte die Berlinerin, der ab nächste Woche ein achtwöchiger Bundeswehrlehrgang bevorsteht, ihr Ziel bekräftigt. „Ich will in Pyeongchang 2018 aufs Podium.“ Ein ähnlicher „Streich“ gelang Marco Weber, der sich durch den Sieg im ersten Sprint des Massenstarts fünf Punkte sicherte und somit hervorragender Vierter wurde. Die neue Wettkampfform fand auch in Erfurt begeisterte Fans – dank viel Dynamik und Überraschungen.


„Das war der Plan“, jubelte Pechstein-Partner Matthias Grosse, der vorher „mindestens“ einen fünften Platz seiner Claudia prophezeit hatte. Dann wurde es, u.a. gegen fünf Niederländerinnen und die unschlagbare Martina Sáblílková, sogar Rang 4: die beste Weltcup-Platzierung dieses Winters über 3000 m. „Ich weiß, wie man am Ende einer langen Saison noch genügend drauf hat. Es hat mit die-sem tollen Publikum Spaß gemacht,“ so die Berlinerin. WM-Bronze hinzu gerechnet war es ihre beste Saison nach dem Comeback. Mit 43. Da durfte es auch ein besonderes Präsent sein. Original Thüringer Knackwurst, überreicht vom einem freundlichen Ordner. Man versteht sich in der Eisschnelllaufszene. So soll es bleiben. „Der letzte Lauf der Saison ist gleichzeitig der erste der neuen“, gab Claudia Pechstein noch zu Protokoll. Bereits Mitte April geht es wieder los – um zunächst auf Inlinern weitere Erfolge zu sammeln.
Judith Hesse (32) musste die Frage in diesen Tagen häufig hören: „Wie geht es weiter?“ Darüber wolle sie nach dem Urlaub entscheiden – und alle Faktoren berücksichtigen. Trainingspartner, Verbandsstruktur usw. „Ich brauche natürlich Rahmenbedingungen, um diesen Winter zu reproduzieren.“ Ihr erfolgreichster. Dennoch will sie realistisch abwägen, auch wenn sie sich „eher vorstellen kann“, bald wieder die Schlittschuhe zu schnüren. Im 1000-m-Rennen hatte sie gepasst, während Gabriele Hirschbichler sich mit einem guten 10. Rang achtbar aus der Affäre zog. „Mit Erfurt-Bestzeit“ (Anm.: 1:17,89). Das macht Mut auf weitere schnelle Runden. „Ich habe noch einiges vor, möchte mich auch weiter im Team Pursuit einbringen und mich individuell steigern.“ Aber zunächst geht es via Inzell in die Berge. Die gesamte Trainingsgruppe von Danny Leger startet am Montag nach Livigno zum alpinen Urlaub. Ski heil!
„Nico hat uns die ganze Saison viel Freude gemacht“, sagte Sprecher Jens Zimmermann – und erntete begeisterte Zustimmung. Im letzten 500-m-Rennen der Saison nochmals in starken 35,15 Sekunden Vierter. Das sorgte für Rechenexempel. Zwei Punkte zu wenig für Rang 4 im Gesamten, 7 fehlten zu Bronze. Der guten Leistung und Stimmung tat das keinen Abbruch. Zumal der 29-Jährige weiter „Luft nach oben“ sieht. Man wolle das Bahnradtraining forcieren. Der Chemnitzer blickt eben immer nach vorne. „Ja, eigentlich bin ich gar nicht so kaputt, könnte durchaus noch ein 1000-m-Rennen dranhängen.“ Doch das steht nicht mehr auf dem Programm… In diesem Winter – der mit niederländischem Lob für Erfurt endete. Es sei das das vielleicht schönste Weltcup-Wochenende gewesen. Hört man gerne. Und wer zuhause blieb, wurde mit Live-Übertragungen und Livestream im Ersten gut versorgt.