Patrick Weltcup Erfurt3Patrick Weltcup Erfurt3Das Podium über 5000 m: Sverre Lunde Pedersen (2.), Jorrit Bergsma (1.), Patrick Beckert (3.). Foto: DESG-PressePrächtig gefüllt Ränge in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle. Der Weltcup-Ausklang à la Erfurt macht nach Tag I Appetit auf mehr. Was Eisschnelllauf-Wettkämpfe in Deutschland betrifft. Und gute Leistungen der DESG-Protagonisten, während des gesamten Winters extrem im Fokus. Doch auch in Thüringen setzte sich die Medaillenserie fort. Bronze für Patrick Beckert beim Heimspiel über 5000 m. Vorher war bereits Nico Ihle auf dem Podest gestanden: als Dritter in der Gesamtwertung über 1000 m, nachdem ihm als Fünftem nur 8 Hundertstel im Einzelrennen zu Bronze gefehlt hatten. Die guten Resultate bei den Herren gleichen einem roten Faden, der sich durch den gesamten Winter zieht.


OK-Chef Marian Thoms musste als Tausendsassa bis zum ersten Startschuss scheinbar mehrere Jobs gleichzeitig bewältigen – aber alles klappte, obgleich sich schon eine lange Schlange niederländischer Anhänger in Oranje-Kluft gebildet hatte. Übrigens: auch in der malerischen Innenstadt gehörten die Fans der weltweit besten Schaatser-Nation zum Stadtbild vor malerischen Bauten in „Klein Venedig“. Erfurt und Eisschnelllauf harmonieren. Was den Lauf von Patrick Beckert auch beschreibt. Im direkten Duell bezwang der 24-Jährige in 6:21,80 Minuten seinen holländischen Widersacher Wouter olde Heuvel – und platzierte sich am Ende hinter dem überragenden Jorrit Bergsma sowie dem Norweger Sverre Lunde Pedersen auf Platz 3. „Die Erwartungen zuhause liegen immer hoch. Umso schöner, dann auch mit oben zu stehen“, so Beckert, der mit seinem Lauf technisch zufrieden sein konnte. „Aber wenn es bei der WM nicht geklappt hätte (Anm.: Platz 3 über 10 km), hätte das hier auch nichts genutzt“, wollte der Erfurter seine Performance einordnen: er will noch näher an das oberste Treppchen ran. Und zwar asap, wie das auf Neudeutsch heißt. Übrigens: Urlaub ist nicht angesagt – sondern Reha für den lädierten Fuß.

Nico Weltcup 3 Erfurt 4Nico Weltcup 3 Erfurt 4Nico Ihle dagegen hat kürzlich gebucht: zwei Wochen auf den Kapverdischen Inseln. Es soll warm sein – und am Meer, die erste große Reise auch für Töchterchen Emma (2 3/4 Jahre). In der Mixed Zone hatte der Chemnitzer seine Kleine auf dem Arm – kein Grund, die Fragen oberflächlich zu beantworten. Auszüge aus den Ihle-Statements: „Ich habe letzte Woche nach geschaut, welcher Deutsche als Letzter im Gesamtklassement auf dem Podest stand. Uwe-Jens May vor 25 Jahren. Das Ziel wollte ich zumindest erreichen, nachdem es bei der WM nicht funktionierte. Es hat mich alle Kraft gekostet, doch nun fällt mir ein Stein vom Herzen.“ Seit gut einem Jahr gehört Nico zur absoluten Weltklasse auf den Sprintstrecken – er verweist auf die gemeinsame Entwicklung mit Samuel Schwarz. Das motiviere ungeheuer für die Zukunft. „Ich habe noch viele Ziele auf dem Weg zu den nächsten Spielen in Pyeongchang 2018.“ Und: „Man muss wieder aufstehen können“, so sein Dogma in Bezug auf die Disqualifikation kürzlich bei der Sprint-WM in Astana. An Tag 2 will Nico die Saison mit dem letzten offensiv gestalteten Rennen über 500 Meter (Achter in 35,42 Sekunden) beenden.
Judith Hesse, 13. in ihrem Heimsprint, will sich auf gleiche Weise verabschieden. Über 1500 m der Frauen hatte Gabriele Hirschbichler Platz 14 erreicht.