Davon hatte Patrick Beckert geträumt. Aber es nicht wirklich erwarten können. Das beste Saison-Resultat im Weltcup: Platz 4 in Hamar über 5000 m, weniger als eine Sekunde von den Plätzen 2 und 3 entfernt. „Ein Ausrufezeichen“ nannte Ralf Scholt (ARD) bei der TV-Übertragung den Lauf des Erfurters in 6:23,99 Minuten. Der lädierte linke Fuß fest getaped. Aber trotz Schmerzen und einem Trainings-Handicap ein starkes Rennen mit rasanten Schlussrunden: 30,5, 30,3, 30,2 Sekunden seine letzten drei 400-m-Schleifen. Den Kontrahenten Wouter oude Heuvel hatte er über vier Fünftel der Distanz gejagt: und am Ende kassiert. An der Bande jubelte Coach André Unterdörfel, Patrick reckte den Daumen in die Höhe. Er ist wieder präsent, mitten in der Weltspitze. Bei der letzten Generalprobe für die Weltmeisterschaften in zwei Wochen (Heerenveen) skatete nur Oranje-Schaatser Jorrit Bergsma im eigenen Orbit. Patrick aber gehört nun zu den Medaillenanwärtern. Ein Ziel, das er stets formuliert hatte – doch die Verletzung (beim Trockentraining) schien einen dicken Strich durch alle Rechnungen gemacht zu haben.

Patrick Beckert Lange KantePatrick Beckert - Verletzung auskuriert. Foto: DESG-Presse/HuggerHamar gehört zu den Eldorados des Eisschnelllaufens. Hier konkurrierten die Besten bei den Olympischen Spielen 1994 in Lillehammer, alljährlich treffen sich die Skater mindestens einmal in Norwegen zu einem internationalen Event. An diesem Wochenende sind die stärksten Langstreckler in der hellen Halle zu Gast, die man aufgrund ihrer Architektur als „Wikingerschiff“ bezeichnet. Es geht um Tickets für die Einzelstrecken-WM in drei Wochen in Heerenveen, den Formcheck nach sechs Wochen Weltcup-Pause. „Aber das ist für alle Nationen gleich. Überall standen Qualifikationen auf dem Plan“, erläutert Chef-Bundestrainer Markus Eicher, der am Donnerstag mit einem achtköpfigen Athleten-Team in Hamar eintraf, wo es – wie meist – kalt (bis minus 10 Grad) werden soll.

Nico volldampfNico Ihle: Kraftvoll vorausDie Starterfelder bei den Deutschen Eissprintmeisterschaften am Samstag (12 Uhr) und Sonntag (11 Uhr) sind überschaubar. Aber mit Judith Hesse (Erfurt), den Chemnitzer Brüdern Denny und Nico Ihle sowie Samuel Schwarz aus Berlin stellen sich absolute Weltklasseathleten dem Starter. „Klein aber oho“, meint Trainer Thomas Schubert dazu. Bei den Damen kommt Judith Hesse wohl die alleinige Favoritenrolle zu. Doch im Herren-Team wird ein Dreikampf zwischen den Ihle-Brüdern und Samuel Schwarz erwartet. Während Nico Ihle über 500 m kaum zu schlagen sein dürfte, will Schwarz seine Stärke über 1000 m nutzen. In der aktuellen Weltcup-Rangliste belegt er einen formidablen dritten Platz auf seiner Paradestrecke.

GewinnerDie Namen der Sieger bei den Deutschen Eissprintmeisterschaften am Wochenende in Berlin ließen sich leicht merken. Mit Nico Ihle (Chemnitz) und Judith Hesse (Erfurt) drehten aber zwei Athleten in Weltklassezeiten ihre Runden. Der Sachse Ihle setzte mit 1:09,74 Min. eine Duftnote, die von der Konkurrenz aufmerksam registriert wird. „Ich bin die Zeit aus dem vollen Training gelaufen. Zudem hielten wir uns vier Wochen zu Hause in Chemnitz auf. Da mussten wir auf der ‚Knochenbahn’ im Freien bei Wind und Wetter ran. Das war zwar hart, hat mich aber weiter gebracht“, freute sich Ihle als neuer Speed-Champion. Auch seine 500-m-Zeit von 35,21 sec konnte er sich sehen lassen. „Vor allem der Angang von 9,77 sec über die ersten 100 m war gut. Wenn wir den noch auf 9,70 drücken, sind wir bei der WM vorn mit dabei“, gibt sich Trainer Klaus Ebert optimistisch. Die Einzelstrecken-WM steigt in drei Wochen in Heerenveen (Holland). „Die Zeit bis dahin werden wir in Berlin zu ausgiebigem Training nutzen“, sagt Bruder Denny Ihle, bei dem noch nicht klar ist, ob er oder der Wahl-Inzeller Dennis Dressel die DESG bei der WM vertritt.

2015-01-18-0937 bearbeitet-1Erfolgreich und gut gelaunt - die DESG-Junioren. Foto: Lars HagenDas kann sich sehen lassen. Auch beim zweiten Junioren-Weltcup in Klobenstein kratzten die DESG-Youngsters beharrlich am Podest. Der „Heimvorteil – die offene Anlage oberhalb von Bozen ist ein gern genutztes Trainingsgelände – sorgte für neun Top-Ten-Plätze. 13 Mal tauchte das GER-Kürzel unter den besten 15 auf. Vor allem auf den langen Strecken zeigten die Schützlinge von Nachwuchstrainer Peter Wild, dass sie über genügend Puste verfügen.

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