Im Rahmen der Deutschen Meisterschaft in Dresden wurden am Wochenende nicht nur die Top-Platzierungen im Mehrkampf (Mix aus 1500 Meter, 1000 Meter, 500 Meter sowie einem 1500 Meter-Superfinale) und über 500 Meter ermittelt, sondern auch die Qualifikation für die zweite Saisonhälfte gelaufen. Bianca Walter und Christoph Schubert sind als Allround-Champions für die Europa- und Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Entscheidung über die Vergabe der weiteren Startplätze fällt in den nächsten Tagen.

Bianca Walter gibt – wie häufig – den Weg vor. „Es hat sich gezeigt, dass sich die Mühe lohnt. Das bringt Selbstbewusstsein“, sagt die Dresdnerin, die sich beim DM-Heimspiel im Short Track (3./4.1.2015) weiter in Richtung der internationalen Saison-Highlights in Position bringen will. Die 24-Jährige darf auf Einzelstarts hoffen. Bei der EM, den nächsten beiden Weltcups und der Weltmeisterschaft im März in Moskau. 
Das Feld bei den „Deutschen“ kann sich sehen lassen. 17 Herren stehen am Start – und neun Damen. Darunter vier Mädels des Jahrgangs 1998, u.a. Hoffnungsträgerin Anna Seidel (16). Jugend forsch lautet die Devise in der DESG. Das geht nach den Problemen des letzten Winters (nur zwei Starter bei Olympia in Sotschi) nicht im Sauseschritt, aber die Ansätze sind da. Konstatierte auch Bundes-trainer Miroslav Boyadzhiev nach den Weltcups in Shanghai und Seoul. „Wir müssen auch kleine Erfolge feiern.“ Der Coach kann am Rande der Bande auf die Unterstützung von Diana Scheibe bauen. Die neue Junioren-Bundestrainerin – lange Jahre Stützpunkt Trainerin in Dresden und das letzte dreiviertel Jahr Vereinstrainerin in Oberstdorf – arbeitet schon seit Jahren mit „Miro“ zusammen.

Heimspiel fürs Inzeller Team bei den Deutschen Allround-Meisterschaften. Foto: DESG/Hugger

 

Endlich Schnee im Chiemgau – und endlich wieder Eisschnellläufer als Hauptdarsteller in der Max-Aicher-Arena. Inzell bittet am Montag und Dienstag zu den Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf. Ein Jahres-Showdown der besonderen Art, zu der sich 11 Damen und 13 Herren gemeldet haben. Am 29. Dezember stehen 500/3000 m (Da) resp. 500/5000 m (He) auf dem Programm. Am 30.12. fallen die Titel-Entscheidungen nach den Strecken 1500/5000 m (Da) sowie 1500/10.000 m (He).

ClaudiaClaudia mit dem rekordverdächtigen 5. Titel. Foto: DESG/Hugger

 

Das könnte für einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde reichen. Claudia Pechstein (42) „hamsterte“ ihren fünften nationalen Titel on Ice in dieser Saison. Bei den Allround-Meisterschaften in Inzell siegte die Berlinerin souverän – nach drei Streckenerfolgen (1500 m/3000 m/5000m). Auf den Plätzen zwei und drei landeten Isabell Ost und Bente Kraus. Berlin auf dem Podest. Claudia hatte vorher bereits die nationalen Konkurrenzen im Massenstart, über 1500, 3000 und 5000 m für sich entschieden.

Beim ISU Short Track Weltcup in Seoul setzen auch die deutschen Starter Ausrufezeichen Fokus: Leon Kaufmann-Ludwig erreichte am Samstag über 1500 Meter durch ein Advancement das Halbfinale. "Es ist ihm gelungen, über zehn Runden gut mitzulaufen, doch dann haben ihn seine Kräfte verlassen. Für seinen ersten Weltcup-Auftritt aber dennoch ein starker Auftritt", sagt Bundestrainer Miroslav Boyadzhiev. 
Mitmischen will 2014/2015 Bianca Walter, die im Halbfinale der Hoffnungsläufe über 1000 Meter nur knapp scheiterte. "Sie kann insgesamt sehr zufrieden sein. Ihre Formkurve zeigt nach oben", so Boyadzhiev.


Selbstvertrauen dürfte in Südkorea Torsten Kröger getankt haben: Der gebürtige Rostocker konnte sich zwar im Halbfinale der Hoffnungsläufe - ebenfalls über 1000 Meter - nicht durchsetzen, dürfte aber dank einer taktisch klugen Aktion wieder mehr Mut für künftige Aufgaben geschöpft haben. "Genau um diese Zeichen geht es uns. Unsere Athleten schaffen es, in den Hoffnungsläufen Zeichen zu setzen. Das war in der letzten Saison nicht immer so. Aus eigener Kraft, das erfreut sehr, sind Anna Seidel und Christoph Schubert aktuell in der Lage, in den Weltcup zu laufen", sagt Boyadzhiev, den am Sonntag besonders das 3000 Meter-Halbfinale mit deutscher Beteiligung elektrisiert. Christoph Schubert, der 20-jährige Dresdner Sportsoldat, hatte sich am ersten Wettkampf-Tag couragiert durchgesetzt. 
Anna Seidel brachte diese Distanz schon am Samstag hinter sich, konnte sich als Dritte aber nicht qualifizieren. "Sie ist das Rennen gut angegangen, hat dann aber für einen kurzen Moment nicht mehr an sich geglaubt und konnte diese Phase dann am Ende nicht mehr aufholen. Aber auch das ist ein Lernprozess", so der Bundestrainer.

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